Im Zuge der Hochzeitsvorbereitung wollte ich in der Darmstädter Lokalzeitung “Darmstädter Echo” und in der Wiesbadener Lokalzeitung “Wiesbadener Kurier” jeweils eine Anzeige aufgeben (klassische Familienanzeige, zweispaltig, farbig, um die 45 mm hoch).

Darmstädter Echo

Auf der Seite vom Echo sind alle wichtigen Informationen verlinkt: Eine normale Telefonnummer, die man bei Fragen anrufen kann, eine komplette Preisliste und eine Emailadresse, die wirklich genutzt wird. Auf Fragen per Email bekam ich 10 Minuten später eine von einem kompetenten Menschen geschriebene Antwort. Meine Vorlage für die Anzeige kann ich per Email hinschicken; alles kein Problem.

So sollte eine Verkaufsseite (nichts anderes ist ein Anzeigendienst: der Verkauf von Anzeigenplatz) aussehen: so wenig Stolpersteine zwischen den Kunden und dem Geldfluss auslösenden Verkauf.

Wiesbadener Kurier

Der Wiesbadener Kurier ist Teil der “Rhein Main Presse”, deren Anzeigen-Seite purer Infomüll ist. Elementar wichtige Dinge wie Kosteninformationen und Layout-Möglichkeiten sind nicht direkt verfügbar. Wenn man sich durch das Anzeigentool durchklickt (in dem man nur vorgefertigte Musteranzeigen anpassen kann; eigene Motive sind tabu) kann man, wenn man ein Muster in der Größe der geplanten Anzeige gefunden hat, einen Preis sehen. Um den Preis für eine farbige Anzeige zu erfahren muss man Farbe zum Muster hinzufügen.

Dieses Informationsdefizit könnte man durch einfache Kommunikationswege zur Anzeigenabteilung abfedern; die “Rhein Main Presse” hat sich allerdings dagegen entschieden (wahrscheinlich machen zahlende Kunden zuviel Arbeit). Noch nicht einmal ein Kontaktformular findet sich (von einer Emailadresse ganz zu schweigen). Eine normale Telefonnummer ist auch Mangelware; stattdessen soll ich eine 42 cent/Minute teure Sonderrufnummer benutzen. Ich soll also für das Privileg zahlen, dass die “Rhein Main Presse” mir Anzeigenplatz verkauft?!

Den Plan, im Wiesbadener Kurier eine Anzeige aufzugeben, überdenke ich nochmal.